Humanistischer Verband Oldenburg
- Der Vorstand
Willkommen bei den Oldenburger Humanisten!
Der Humanistische Verband Niedersachsen ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und ist als Weltanschauungsgemeinschaft im Sinne des Grundgesetzes den Kirchen gleichgestellt. Er führt die über 150-jährige Tradition der freigeistigen Gemeinschaften Norddeutschlands fort.
Der Oldenburger Verband ist aktiv im Regionalverband Weser-Ems.
Vernunft und Menschlichkeit.
Mehr braucht es nicht, um ein gutes Leben zu führen.
Humanisten haben eine weltliche Auffassung vom Leben und von der Welt, sie beteiligen sich an ethischen Diskursen in allen gesellschaftlichen Bereichen und vertreten die Interessen religionsfreier Menschen.
In diesem Sinne wird sich der Humanistische Verband in Zukunft noch stärker am öffentlichen Diskurs und am kulturellen Leben Oldenburgs beteiligen. Wer unsere weltliche Auffassung vom Leben teilt und Lust hat, uns dabei zu unterstützen, ist dazu herzlich eingeladen.
Aus aktuellem Anlass
werden wir am Mittwoch, den 11.4. um 19:00 im Seminarraum 1 des PFL, Peterstr. 3, über den Mordfall Lena sprechen. Die Frage soll im Vordergrund stehen, wie wir die Verantwortung füreinander (Solidarität, Hilfsbereitschaft, Zivilcourage) in einer modernen, individualisierten Gesellschaft (mit all ihren Vorzügen) stärken können.
Der Stellungnahme des Humanistischen Verbands Ostfriesland, der sich die Oldenburger Humanisten anschließen, findet sich hier.
Humanistische JugendFEIER
Die Jugendfeier – die humanistische „Jugendweihe“ - ist das Angebot des Humanistischen Verbandes Oldenburg an junge Menschen zwischen 13 und 16 Jahren, sie ein Stück auf dem mitunter schwierigen Weg des Erwachsenwerdens zu begleiten. Über einen längeren Zeitraum wollen wir den Heranwachsenden Unterstützung bei der Suche nach dem eigenen Ich, nach neuen Gemeinschaften und Gleichgesinnten geben.
Gemeinsam mit den Jugendlichen bauen wir Brücken auf dem oftmals holperigen Weg in die Welt der Erwachsenen. Die JugendFEIER versteht sich als Alternative für Jugendliche, die sich von religiösen Angeboten wie z.B. Konfirmation nicht angesprochen fühlen, dennoch aber das Bedürfnis nach einem feierlichen Übergang in die Welt der Erwachsenen haben.
Im Frühjahr 2012 wird es in Oldenburg wieder eine Jugendfeier geben.
Gemeinsam mit dem Landesverband Niedersachsen und dem Regionalverband Weser Ems haben die Humanisten folgende Vorbereitung und Durchführung der JugendFEIER 2012 geplant:
- Infotreffen für Eltern- und TeilnehmerInnen am 12.01.2012 um 19.00 Uhr im Seminarraum 1 des PFL, Peterstr. 3, Oldenburg
- Wochenende zum Kennenlernen und zum Thema Welt- und Menschenbilder am 11. und 12.02. in Oldenburg
- 2 Tagesseminare am 10.03. und 14.04. in Oldenburg (Themen: Genuss und Drogen; Kinder- und Menschenrechte)
- 1 Wochenendseminar am 17./18.03. in Osnabrück (Zivilcourage u.a.)
- Vorbereitungstreffen für die Jugendfeier (Termin wird mit den TeilnehmerInnen vereinbart)
- JugendFEIER geplant am 06.05.2012
- Jugendfeierbuch und Urkunde
- Foto DVD mit Portrait- und Gruppenfotos der Jugendfeier
- Gemeinsame Abschlussfahrt
- Durchgängige Betreuung auf unseren Veranstaltungen
Der Preis für das Gesamtpaket beträgt 195,- Euro, Kinder und Jugendliche von Mitgliedern des Humanistischen Verbandes zahlen 100,00 €.
Anmeldungen sind ab sofort möglich.
Feier statt Weihe
Die Jugendfeier setzt eine in Niedersachsen 125 Jahre alte Tradition der Freidenkerbewegung fort. Einen kurzen Film über die 125. Jugendfeier in Hannover gibt es hier. Seit über 150 Jahren gibt es europaweit Feiern freigeistiger Organisationen, die an Traditionen der europäischen Aufklärung, des Liberalismus und der deutschen Arbeiterbewegung anknüpfen. So sollte der Humanismus als lebendige gesellschaftliche Kraft bewahrt und etabliert werden.
Die Jugendfeier ist keine Unterweisung in Form einer "Weihe", die mit einem Gelöbnis oder in anderer Form kollektive Bekenntnisse zu einem Staat, einem Glauben oder einer Ideologie fordert. Sie versteht sich vielmehr als ein Orientierungsangebot, das hilft, politische Kultur, humanen Umgang mit Menschen und deren Problemen, sowie kreative, Selbstbestimmte Lebensgestaltung auf Grundlage unserer Freiheitlich, demokratischen Grundordnung zu entwickeln.
Dabei gehen wir davon aus, dass das Verantwortungsgefühl für das eigene Handeln und persönliches Engagement dort entsteht, wo wichtige Werte wie Solidarität, Menschenwürde, Achtung und Toleranz erfahren werden. Unser Anliegen ist es, jungen Menschen Möglichkeiten aufzuzeigen, ihnen Lust und Mut zu machen engagiert das eigene Leben in die Hand zu nehmen.
Das Vorbereitungsprogramm
Es soll informieren und neugierig machen. Für ein paar Monate erleben wir gemeinsame Wochenenden und beschäftigen uns mit Themen rund um das Erwachsenwerden. Das halbjährige Vorbereitungsprogramm mit seiner Projektarbeit und thematischen Veranstaltungen lässt viel Freiraum für Kreativität und eigene Ideen.
Es ist eine Zeit der Begegnung mit einer selbstbestimmten, nicht-religiösen, ethisch begründeten Lebensauffassung. Die Phase beginnt mit einem Kennenlernwochenende, wo wir uns gegenseitig "beschnuppern" und endet mit einer gemeinsamen Abschlussfahrt.
Die Feier
Es ist ein legitimer Wunsch der Jugend, für einen bestimmten feierlichen Augenblick ganz und gar im Mittelpunkt zu stehen. Der Schritt ins Erwachsenenleben soll als etwas Besonderes, als etwas nicht Alltägliches erlebt werden. Die Würdigung der eigenen Persönlichkeit, die Bestätigung, von der Gesellschaft gebraucht zu werden, Hoffnungs- und Verantwortungsträger für eine lebenswerte Zukunft zu sein, vermittelt jungen Menschen Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein.
Die Jugendfeier des HVD versteht sich als eine demokratische, pluralistische, aufgeschlossene und partnerschaftliche Jugendkultur. Sie will mit der festlichen Aufnahme der Jugendlichen in den Kreis der Erwachsenen Feierkultur vermitteln und zugleich Solidarität und Zusammenarbeit untereinander fördern.
Die Festveranstaltung bildet den Höhepunkt und den Abschluss. Es ist der Tag der Jugendlichen, an dem selbstverständlich Eltern, Verwandte und Gäste der Familie teilhaben. Auf eine ebenso unterhaltsame wie zum Nachdenken anregende Weise spiegeln sich während des Festes wichtige Positionen des weltlichen Humanismus wieder, es kommt das partnerschaftliche Miteinander verschiedener Generationen in der Verantwortung für sich selbst, die Familie und die Gesellschaft zum Ausdruck.
In diesem Sinne ist die Jugendfeier ein Familienfest. Ein Fest, das die jungen Leute würdigt, aber auch erinnert an den Weg, den sie gemeinsam mit ihren Eltern, Verwandten und Freunden zurückgelegt haben. Es entlässt sie in einen neuen Lebensabschnitt. Es ist an den Erwachsenen, ihnen dabei Glück und die Kraft zu wünschen, ihre eigenen Träume und Vorstellungen zu verwirklichen.

- Prof. Dr. Robert Tielman in Oldenburg
Warum sollten sich Humanisten engagieren und organisieren?
Viele konfessionsfreie Menschen definieren Freiheit lediglich als Abwesenheit von Zwängen und als Unabhängigkeit von religiösen oder weltanschaulichen Organisationen. In seinem Vortrag im September 2011 in Oldenburg zeigte Prof. Dr. Robert Tielman (ehem. Präsident des HV Niederlande und der IHEU) deutlich auf, dass dieses Verständnis von Freiheit die Gegner der Freiheit stärkt, da diese Haltung den organisierten Institutionen, wie z.B. den Kirchen, ein Machtpotenzial gibt, das letztendlich zur Einschränkung der individuellen Selbstbestimmungsrechte aller führt. Das sei aber fernab von dem, was man eigentlich mit der Entscheidung für die Konfessionsfreiheit erreichen wollte.
Tielman fordert deshalb konfessionsfreie Menschen dazu auf, sich der Humanistischen Bewegung anzuschließen, um diese Rechte besser zu vertreten. „Humanisten haben einen positiven Freiheitsbegriff, indem sie Regeln akzeptieren, die das Selbstbestimmungsrecht gesellschaftlich sicherstellen und gestalten. Positive Freiheit kann nur existieren, wenn man sich engagiert und organisiert. Das ist das Paradox der Freiheit!“, so Tielman. Der Weg dahin führe für Humanisten über die Einforderung der Gleichberechtigung und in Solidarität mit allen, die für das Recht ihrer individuellen Selbstbestimmung kämpfen.
Durch den Zusammenschluss konfessionsfreier Menschen zu dem Humanistisch Verbond in den Niederlanden hat die humanistische Weltanschauung dort mittlerweile eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung und Gleichberechtigung auf vielen Gebieten erreichen können. Dazu gehört z.B. die humanistische Beratung als weltlicher Gegenpart zu kirchlichen Seelsorgern, humanistische Lebenskunde in Schulen als Alternative zu Religionsunterricht, die Einrichtung einer humanistischen Universität für die Ausbildung der Lehrer und Berater sowie die Gleichberechtigung bei Sendezeiten im öffentlichen Rundfunk. Zu den Aktivitäten humanistischer Organisationen gehört auch die Kritik an irrationalen Dogmen, wie z.B. das kirchliche Kondomverbot oder an der Sexual- und Entwicklungspolitik der Kirchen. Das ist der Pfad, den auch der HVD beschreitet.
Regelmäßiger Themenabend
Der seit 2007 regelmäßig organisierte „Humanistische Gesprächskreis“ im PFL hat sich als ein Ort des Austauschs über Themen rund um den Humanismus etabliert, dessen Diskussionen bis zum anschließenden Kneipengang noch lange nicht beendet sind.
Einmal im Monat treffen sich Mitglieder und interessierte Gäste im Kulturzentrum PFL, um über wechselnde Themen zu diskutieren, wie z.B. ’Wie religiös sind die Deutschen tatsächlich?’, ‚Das Schulfach Humanistische Lebenskunde’ , 'Jenseits von Gut und Böse' , 'Präimplantationsdiagnostik (PID)' und 'Buddhismus'.
Wir setzen uns in einer angenehm offenen Atmosphäre durchaus kontrovers und kritisch mit gesellschaftlichen, weltanschaulichen und tagespolitischen Themen auseinander. Diese Treffen bieten aber auch Interessierten eine gute Möglichkeit, uns und unsere Ansichten besser kennen zu lernen. Wenn Sie auch einmal reinschnuppern wollen, melden Sie sich einfach vorher kurz bei uns per E-Mail oder Telefon.
Die Termine in 2012 sind jeweils mittwochs um 19:00 im Seminarraum 1 des Kulturzentrums PFL, Peterstraße 3, Oldenburg:
11.1. (großer Clubraum); 8.2. (großer Clubraum); 14.3.; 11.4.; 9.5.; 13.6.; 11.7. (großer Clubraum); kein Termin in den Ferien; 12.9.; 10.10.; 28.11. (später wg. KiBuM); kein Termin im Dezember